Unser Gesundheitsblog

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Hautkrebs –

Die Schattenseite

der Sonne

Gesundheitsblog August 2019

Hautkrebs – Die Schattenseite der Sonne:

Frühzeitig vorbeugen, rechtzeitig erkennen, nachhaltig behandeln

Natürlicher Stimmungsaufheller, Spender von Energie und Leben - Sonnenlicht tut sowohl unserem Körper als auch unserem Gemüt gut. Vor allem in den Sommermonaten halten wir uns vermehrt im Freien auf, um die Sonne und ihre positiven Eigenschaften in vollen Zügen zu genießen. Jedoch sind hier ein gesundes Maß und ein wirksamer Schutz vonnöten, damit wir nicht die Schattenseite der Sonne zu spüren bekommen: Denn die übermäßige UV-Strahlung der Sonne gilt als größter Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs.

Was ist eigentlich Hautkrebs?

In einem gesunden Körper vermehren sich alle Zellen geregelt und kontrolliert. Liegt eine Störung des körpereigenen Regelmechanismus vor, kann es zu einem enthemmten Wachstum der Körperzellen kommen. Die entstandene Geschwulst oder Wucherung nennt man auch Tumor. Prinzipiell kann sich jede zunächst gesunde Zelle verändern und bösartig werden, somit gibt es sowohl gutartige als auch bösartige Tumoren.

Als Hautkrebs bezeichnet man eine bösartige (maligne) Wucherung der Hautzellen, die in verschiedenen Formen auftreten kann. Man unterscheidet grob drei Kategorien: Den sogenannten weißen Hautkrebs, den meist gefährlicheren schwarzen Hautkrebs und verschiedene, seltene Sonderformen. Am häufigsten tritt der weiße Hautkrebs auf, zu dem zwei Unterkategorien zählen: Das sogenannte Basalzellkarzinom (Basaliom) und das etwas aggressivere spinozelluläre Karzinom (Spinaliom). Beide Unterkategorien wachsen relativ langsam und streuen nur selten, somit hat der weiße Hautkrebs eine gute Prognose auf vollständige Heilung, sofern er rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Der schwarze Hautkrebs wird auch als malignes Melanom bezeichnet und geht von den Pigmentzellen der Haut, den sogenannten Melanozyten, aus. Das maligne Melanom ist die gefährlichste Hautkrebsform, die insbesondere dann einen kritischen – schlimmstenfalls sogar tödlichen – Verlauf nehmen kann, wenn der Krebs bereits Metastasen gebildet hat und dadurch andere Organe befallen sind.

Wie entsteht Hautkrebs?

Den größten Risikofaktor für Hautkrebs stellen UV-Strahlen dar. Darüber hinaus gibt es weitere Risikofaktoren wie eine erblich bedingte Veranlagung, Kontakt mit Chemikalien oder ein geschwächtes Immunsystem. Besonders hellhäutige Menschen mit vielen Sommersprossen und Leberflecken erkranken eher an Hautkrebs als Menschen dunkleren Hauttyps.

Der weiße Hautkrebs tritt vor allem an Körperstellen auf, die ungehindert von der Sonne erreicht werden können, etwa im Gesicht, auf dem Kopf und an den Armen. Dem spinozellulären Karzinom geht in den meisten Fällen eine Vorstufe voraus. Dabei handelt es sich um bereits durch UV-Strahlen geschädigte Hautzellen, die jedoch noch nicht vollständig entartet sind. Man spricht von der Bowen-Krankheit (Morbus Bowen), die sich durch gerötete, schuppige Stellen bemerkbar macht, und von aktinischer Keratose, die sich durch eine Verhornung der Haut äußert.

Schwarzer Hautkrebs tritt bei Männern bevorzugt am Rücken auf, bei Frauen an den Unterschenkeln. Melanome können sich aus einem Leberfleck oder Muttermal entwickeln, weshalb insbesondere Menschen mit vielen Leberflecken ihre Haut und mögliche Veränderungen gut beobachten sollten, meist entstehen sie jedoch auf normaler, vorher unveränderter Haut.

Was sind die Symptome?

Hautkrebs äußert sich je nach Form und Ausprägung sehr unterschiedlich. Das Basalzellkarzinom des weißen Hautkrebses beginnt oft als wächsernes Knötchen, das abwechselnd heilt und wieder blutet. Allerdings gibt es auch gelbliche, dunkle oder geschwürige Basaliome. Spinaliome hingegen können sich sowohl als nach außen ragender Tumor bemerkbar machen oder ebenfalls als geschwürige Wunde.

Generell lassen sich die Anzeichen bei schwarzem Hautkrebs leichter erkennen als bei weißem Hautkrebs, da er meist dunkel gefärbte Hautveränderungen aufweist. Diese sind entweder flach oder knotig und zudem unregelmäßig geformt. Allerdings müssen Melanome nicht zwangsläufig pigmentiert sein, so dass auch helle Tumore der Haut sich als Melanom herausstellen können. Fortgeschrittene Melanome können auch in andere Organe streuen und dort Metastasen bilden, weshalb zusätzliche Symptome hinzukommen können. Je nachdem, welches Organ betroffen ist, kann es beispielsweise zu Störungen des zentralen Nervensystems, Leberproblemen oder Begleiterscheinungen wie Fieber und Gewichtsverlust kommen.

 

Wie wird Hautkrebs diagnostiziert?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ab dem 35. Lebensjahr der Versicherten alle zwei Jahre ein sogenanntes Hautkrebs-Screening. Diese Untersuchung dient der Hautkrebs-Früherkennung und ermöglicht, bösartige Veränderungen der Haut frühzeitig zu entdecken. Dabei untersucht ein speziell geschulter Arzt – in der Regel ein Hautarzt oder ein Allgemeinarzt mit entsprechender Ausbildung – die gesamte Hautoberfläche inklusive der Kopfhaut mit einem speziellen Vergrößerungsglas.

Oftmals lassen sich Hautkrebs und dessen Vorstufen ohne aufwendige Hilfsmittel erkennen, indem man die Haut selbst regelmäßig nach Veränderungen untersucht. Gerade bei der Früherkennung von schwarzem Hautkrebs kann die sogenannte ABCDE-Regel sehr hilfreich sein. Sie dient der Beurteilung von dunklen Hautflecken. Beobachten Sie die folgenden Merkmale, sollten Sie unbedingt ein Arzt für eine gewissenhafte Untersuchung konsultieren:

  • A (Asymmetrie): Ein dunkler Hautfleck hat eine ungleichmäßige Form und ist weder oval noch rund.
  • B (Begrenzung): Ein Hautfleck wirkt unscharf, verwaschen oder hat er Ausläufer in die umgebende Haut.
  • C (Colour = Farbe): Ein Hautfleck weist verschiedene Farbtöne auf oder ist tiefschwarz.
  • D (Durchmesser): Ein Muttermal ist größer als zwei Millimeter im Durchmesser.
  • E (Evolution = Entwicklung): Ein dunkler Hautfleck verändert sich in seiner Form, Farbe und Größe.

 

Wie behandelt man Hautkrebs?

Die Therapiemöglichkeiten richten sich in erster Linie danach, um welche Art von Hautkrebs es sich handelt. Vorstufen von Hautkrebs wie die aktinische Keratose oder sehr leichte Formen des weißen Hautkrebses lassen sich oft durch eine sogenannte Kürettage (Auskratzen der Krebszellen mit einem speziellen Schaber) und mithilfe spezieller Salben behandeln. Bei allen anderen Formen gilt die komplette chirurgische Entfernung der betroffenen Stelle/n beziehungsweise der Tumoren als wichtigste Behandlungsmethode. Dabei wird sowohl an den Rändern als auch in der Tiefe ein Sicherheitsabstand eingehalten, um sicherzustellen, dass auch alle Krebszellen vollständig entfernt wurden. Hat ein Melanom bereits gestreut, verschlechtert sich die Heilungsprognose deutlich. Dann können einige Chemotherapeutika und Bestrahlungen die Krebstherapie unterstützen.

Zu guter Letzt

Wie bei allen Krebserkrankungen hängt der Heilungserfolg immer davon ab, wie früh die Krankheit diagnostiziert wird. Deshalb sollten Sie unbedingt die empfohlenen Hautscreening-Termine wahrnehmen und auch selbst regelmäßig ihre Hautoberfläche auf mögliche Veränderungen untersuchen. Wenn Sie sich nun noch ausschließlich gut geschützt in der Sonne aufhalten – das heißt sowohl mit passender Kleidung als auch mit Sonnenschutz – haben Sie ihren Part dazu beigetragen, nicht die Schattenseite der Sonne zu spüren zu bekommen und ihr Hautkrebsrisiko zu minimieren.