Unser Gesundheitsblog

Unser Gesundheitsblog

Gesättigte Fettsäuren:

Gans schön ungesund?

Gesundheitsblog Dezember 2019

Gesättigte Fettsäuren: Gans schön ungesund?

Für viele Menschen gehören üppige Gaumenfreuden genauso zu den Festtagen wie Geschenke und ein geschmückter Baum. Ganz oben auf der weihnachtlichen Genussliste stehen Gerichte wie Gänsebraten mit Rotkohl und Klößen oder auch Bratäpfel, gefüllt mit Marzipan und Schokolade. Selbst die heimliche Nummer eins unter den deutschen Weihnachtsmahlzeiten, Kartoffelsalat mit Würstchen, kann man nicht gerade als kalorisches Leichtgewicht bezeichnen. Und so wird aus dem Fest der Liebe schnell das Fest der Völlerei, das neben dem Genuss leider auch zusätzliches Gewicht mit sich bringen kann. Einen Teil der Schuld an den überflüssigen Pfunden trägt dabei das Fett. Warum Fette trotzdem ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung sind und was es mit den gesättigten und ungesättigten Fettsäuren auf sich hat, erfahren Sie hier.

 

Fett ist nicht gleich Fett

Fett speichert Energie, schützt vor Kälte und sorgt dafür, dass wir bestimmte Vitamine überhaupt aufnehmen können. So würden die wichtigen Vitamine A, D, E und K ohne Fett zum Großteil vom Körper ungenutzt wieder ausgeschieden werden. Der Mensch benötigt demnach Fett, um zu überleben. Für eine gesunde Lebensweise ist dabei jedoch entscheidend welche Art von Fetten er zu sich nimmt, und wieviel.

Die Grundbausteine aller Fette sind die sogenannten Fettsäuren – sie bestimmen dessen Eigenschaften und die Bedeutung für den menschlichen Körper. Ernährungswissenschaftler teilen sie in drei große Gruppen ein: gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.  Aus chemischer Sicht sind Fettsäuren organische Säuren, die aus unterschiedlich langen Kohlenwasserstoffketten aufgebaut sind, wobei sowohl die Länge als auch die Anzahl an Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen ihre chemische Einteilung und Wirkung auf den menschlichen Körper bestimmen.

 

Übeltäter gesättigte Fettsäuren?

Gemeinhin gelten gesättigte Fettsäuren als die ungesunden, die es besser zu meiden gilt. Tatsächlich ist es jedoch nicht ganz so einfach und bedarf einer genaueren Betrachtung:

Zunächst einmal dienen gesättigte Fettsäuren vor allem als Energiequelle und Energiespeicher. Sie besitzen viele positive Eigenschaften, die für das reibungslose Funktionieren unseres Körpers immens wichtig sind. So sind einige von ihnen unter anderem am Hormon- und Immunstoffwechsel beteiligt und schützen die inneren Organe. Andere regulieren die Umsetzung genetischer Informationen und sind am Aufbau von sogenannten Biomembranen beteiligt, die ein wichtiger Bestandteil unserer Zellen sind.

Allerdings können gesättigte Fettsäuren auch die Blutfette, sowie das „schlechte“ LDL- und Gesamtcholesterin erhöhen welche sich wiederum negativ auf die Herz-Kreislaufgesundheit auswirken und das Risiko für koronare Herzerkrankungen erhöhen. Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge wirken jedoch nicht alle gesättigten Fettsäuren gleich. So sollen solche mit mittleren Kettenlängen negativere Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel haben als langkettig gesättigte Fettsäuren. Die Erklärung dafür ist, dass je kürzer die Kettenlänge, desto leichter verdaulich sind gesättigte Fettsäuren – und zwar ohne die Unterstützung von Gallensäure oder fettspaltender Enzyme. Dadurch stehen die Baustoffe für das Cholesterin vermehrt zur Verfügung.

Trotzdem kann der Verzehr von überwiegend kurz- oder mittelkettig gesättigten Fettsäuren auch von Vorteil sein. Insbesondere für Menschen, die Probleme bei der Fettverdauung haben, beispielsweise Patienten, die unter Erkrankungen der Leber oder der Gallenwege leiden. Sie können aus kürzerkettigen Fettsäuren leichter Energie gewinnen.

 

 

 

 

 

 

In welchen Nahrungsmitteln kommen gesättigte Fettsäuren vor?

Insbesondere tierische Produkte enthalten in hohem Maße gesättigte Fettsäuren:

  • Butter
  • Talg
  • Schmalz
  • Fleisch
  • Wurst
  • Käse
  • Milch

 

Allerdings enthalten auch einige Pflanzenfette überwiegend gesättigte Fettsäuren:

  • Kokosfett
  • Palmöl
  • Palmfett
  • Kakaobutter

 

Übrigens:

Fischöl bildet hier tatsächlich eine Ausnahme. Obwohl es tierischer Herkunft ist, enthält Fischöl überwiegend ungesättigte Fettsäuren.

Wie viel ist zu viel?

Zwar ist der Genuss gesättigter Fettsäuren offenbar nicht ganz so schlecht wie sein Ruf, allerdings gilt auch hier die Regel: In Maßen und nicht in Massen! Denn Fakt ist, dass der tägliche Verzehr von gesättigten Fettsäuren bei uns deutlich zu hoch ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, nicht mehr als maximal 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr durch gesättigte Fettsäuren abzudecken. Die Realität zeigt jedoch, dass die tatsächliche Aufnahme deutlich höher liegt – und zwar in etwa um ein Drittel.

 

Was können Sie selbst tun, um gesättigte Fettsäuren maßvoll zu genießen?

  • Bevorzugen Sie magere Wurst.
  • Vermeiden Sie fetten Käse.
  • Verzichten Sie möglichst auf Sahne und Butter.
  • Ersetzen Sie tierisches durch pflanzliches Fett.
  • Verzichten Sie auf fettes Fleisch.
  • Genießen Sie stattdessen regelmäßig fetten Seefisch.
  • Erhöhen Sie Ihren Obst- und Gemüseverzehr.
  • Ersetzen Sie Süßigkeiten und Schokolade öfter mal durch Trockenfrüchte oder Nüsse.
  • Versuchen Sie, Desserts und Gebäck in kleineren Portionen zu genießen.
  • Reduzieren Sie den Verbrauch tierischer Produkte generell zugunsten pflanzlicher.

 

Die gute Nachricht in puncto Weihnachtsgans

Gänsefleisch enthält im Vergleich zu vielen anderen Fleischsorten verhältnismäßig wenig gesättigte Fettsäuren. Allerdings enthält die Gans generell ziemlich viel Fett und dadurch jede Menge Kalorien. Wer also nach Weihnachten keinen Schreck auf der Waage bekommen möchte, sollte das Brustfleisch oder die Keulen bevorzugen – sie sind vergleichsweise mager. Und selbst, wenn die knusprige Haut, die leckere Sauce oder die köstlichen Beilagen zu verlockend sind: Weihnachten ist nur einmal im Jahr! Vielleicht achten Sie einfach den Rest des Jahres darauf, gesättigte Fette in Maßen und nicht in Massen zu genießen!

Gesundheitsblog

zurück zur Übersicht