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Erste Hilfe

für Kinder:

Bei Unfällen

richtig reagieren

Gesundheitsblog Dezember 2019

Erste Hilfe für Kinder: Bei Unfällen richtig reagieren

Wo Erwachsene Gefahren erkennen, lockt Kinder oft die Herausforderung. Nicht selten überschätzen sie dabei ihre Fähigkeiten und unterschätzen mögliche Risiken. Da Eltern häufig als erstes zur Stelle sind, sollten sie wissen, was bei der Kinder-Ersthilfe nach einem Unfall zu beachten ist. Denn im Gegensatz zur Ersten Hilfe bei Erwachsenen, weist die Erstversorgung von Kindern ein paar Besonderheiten auf. Schließlich sind die Kleinsten oft noch nicht in der Lage, genau zu schildern, was ihnen widerfahren ist. Lesen Sie hier, worauf Sie im Notfall achten und welche Maßnahmen Sie unbedingt kennen sollten.

 

Schnelles, sicheres Handeln ist das A und O

Die meisten Unfälle, auch die der Kleinsten, passieren zu Hause. Allerdings haben viele Eltern Angst, ihr Kind durch falsche Maßnahmen zusätzlich zu verletzen und unternehmen lieber nichts. Ein mitunter gefährlicher Fehler, denn es dauert oft zu lange, bis der Rettungswagen eintrifft. Um nicht unnötig wertvolle Zeit zu verlieren und das Warten auf die Rettungskräfte sinnvoll zu überbrücken, sollten Eltern rasch reagieren. Die nötige Sicherheit erlangen Sie in speziellen Kursen, in denen Erste Hilfe für Säuglinge und Kinder vermittelt wird. So verlieren Eltern die Scheu, Fehler zu begehen und können im Notfall Leben retten.

 

Erste Hilfe bei Stürzen:

Sobald kleine Kinder mobil werden, ist Vorsicht geboten. Kaum hat man sich umgedreht, um nach den Feuchttüchern zu greifen, sind die Kleinen schon von der Wickelkommode gefallen. Vor allem Stürze, bei denen der Kopf beteiligt ist, sollten die Aufmerksamkeit der Eltern erregen – auch, wenn zunächst alles in Ordnung zu sein scheint. Denn die Auswirkungen eines Sturzes können sich manchmal erst am nächsten Tag zeigen. Weist ihr Kind folgende Alarmzeichen auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen:

  • Unerklärliche Müdigkeit
  • Unwohlsein und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Permanentes Schreien
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Fehlhaltungen
  • Sehstörungen

 

Kleinere, sofort sichtbare Verletzungen durch Hinfallen, können Sie hingegen häufig selbst behandeln: Beulen lassen sich durch Kühlen lindern, Schürfwunden nach dem Säubern und Desinfizieren mit einem Pflaster versorgen. Platzwunden sehen aufgrund der größeren Menge Blut meist gefährlicher aus, als sie sind, sollten aber trotzdem ärztlich abgeklärt werden. Das Gleiche gilt selbstverständlich für Verstauchungen oder gar Knochenbrüche.

 

Erste Hilfe bei Insektenstichen:

Normalerweise sind Insektenstiche zwar schmerzhaft, aber harmlos. Nach dem ersten Schreck und dem Entfernen des Stachels können sie mit kühlenden Gels aus der Apotheke oder bewährten Hausmitteln wie Zwiebelsaft behandelt werden. Gibt es allerdings Anzeichen wie Atemnot, Übelkeit, Fieber oder Hautausschlag, so deutet dies auf einen allergischen Schock hin. Dann ist Eile geboten, einen Arzt aufzusuchen oder den Notarzt zu verständigen.

Erste Hilfe bei Verbrennungen:

Die unbeaufsichtigte Herdplatte mit dem Mittagessen, ein unachtsam abgestellter Becher heißer Tee – die Gefahr, sich zu verbrennen oder zu verbrühen lauert für kleine Kinder an jeder Ecke im Haushalt. Auch hier hilft rasches Handeln, um die Verletzung und die Spätfolgen so gering wie möglich zu halten: Zunächst sollte die betroffene Hautpartie einige Minuten unter fließendem Wasser gekühlt werden. Danach kann eine kühlende Brandsalbe aufgetragen werden. Kleinere Verbrühungen behandelt der Kinderarzt, größere Verbrennungen sollten in einer Klinik versorgt werden.

Übrigens:

Kühlen ist zwar das Mittel der ersten Wahl, darf aber nicht übertrieben werden. Sonst wird das Gegenteil erreicht und man schädigt die Haut noch zusätzlich. Eis und Coolpacks sind deshalb nicht geeignet, um Verbrühungen oder Verbrennungen zu behandeln.

Erste Hilfe bei Vergiftungen:

Nicht kindersicher aufbewahrte Putzmittel oder Medikamente sind eine ernstzunehmende, wenn nicht gar lebensbedrohliche Gefahr für Kinder. In einigen Fällen zeigen sich die Vergiftungserscheinungen erst Stunden später.

 

Typische Symptome sind:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel

 

Bei schweren Vergiftungen auch:

  • Bewusstlosigkeit
  • Herz-Kreislauf-Stillstand

 

Sobald Sie vermuten, dass ihr Kind etwas Giftiges geschluckt hat, sollten Sie unverzüglich den Notarzt oder eine Giftnotrufzentrale verständigen. Geben Sie dem Kind kaltes Wasser in kleinen Schlucken zu trinken und behalten Sie gegebenenfalls etwas von der giftigen Substanz oder dem eventuell Erbrochenen zur Analyse für den Notarzt auf.

Folgende Giftinformationszentren nehmen Ihren Anruf entgegen und erklären Ihnen, wie Sie weiter vorgehen sollen, bis professionelle Hilfe vor Ort ist:

 

Berlin:

030-19240

Bonn:

0228-19240

Erfurt:

0361-730730

Freiburg:

0761-19240

Göttingen:

0551-19240

Homburg:

06841-19240

Mainz:

06131-19240

München:

089-19240

 

 

 

Erste Hilfe bei Erstickungsgefahr:

Kleine Kinder stecken nur zu gerne Gegenstände in den Mund. Doch sobald diese in die Luftröhre geraten, kann die Situation gefährlich werden. Zumeist befreien sich die Kinder durch Husten und Würgereiz selbst vom Übeltäter. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, und kommen Atemprobleme, oder gar Bewusstlosigkeit hinzu, müssen Sie handeln: Versuchen Sie zunächst, das Kind zu kräftigem Husten zu bewegen, um den Fremdkörper loszuwerden. Gelingt dies nicht, beugen Sie dessen Oberkörper nach vorne und schlagen Sie bis zu fünf Mal zwischen die Schulterblätter des Kindes. Führt auch das nicht zum Erfolg, verständigen Sie umgehend den Notruf und wenden Sie bis zum Eintreffen der Rettungskräfte den sogenannten Heimlich-Griff an: Umfassen Sie das Kind dabei von hinten mit beiden Armen und legen Sie die Hände zwischen Bauchnabel und Brustbein. Nun ziehen Sie ein paar Mal ruckartig, so dass Druck auf den Oberbauch ausgeübt wird. Allerdings sollte der Heimlich-Griff nicht bei Kindern unter einem Jahr angewendet werden, da er zu Verletzungen führen kann.

 

Zu guter Letzt:

Ein Notfall, besonders wenn es sich um Kinder handelt, ist immer beängstigend und geht mit großer Aufregung einher. Versuchen Sie jedoch, trotzdem Ruhe zu bewahren. Ruhiges und überlegtes Handeln schafft Sicherheit - sowohl bei Ihnen als auch bei den kleinen Patienten. Um im Notfall richtig zu reagieren, haben wir eine Checkliste mit den ersten Schritten für Sie zusammengestellt:

Erste Hilfe für Kinder im Überblick:

  • Handelt es sich um eine lebensbedrohende Situation? Dann setzen Sie einen Notruf unter 112 ab und beginnen Sie mit den oben genannten Erste-Hilfe-Maßnahmen.
  • Ist das Kind bewusstlos, atmet aber? Dann legen Sie es in die stabile Seitenlage.
  • Atmet das Kind nicht mehr? Dann führen Sie zwei Beatmungen und 30 Herzdruckmassagen durch, bis der Notarzt eintrifft oder bis das Kind wieder selbstständig atmet.
  • Zeigt das Kind auffällige Symptome, unter Umständen auch zeitverzögert? Dann sollten Sie dies unbedingt von einem Arzt abklären lassen.

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